[Rezension] To all the Boys I've loved before | Jenny Han




Autor: Jenny Han | Verlag: Simon & Schuster Verlag | 
Seiten: 355 | Neupreis: 8,50€ | ISBN: 1-4814-1775-4 


What if all the crushes you ever had found out how you felt about them…all at once?
Lara Jean Song keeps her love letters in a hatbox her mother gave her. They aren’t love letters that anyone else wrote for her; these are ones she’s written. One for every boy she’s ever loved—five in all. When she writes, she pours out her heart and soul and says all the things she would never say in real life, because her letters are for her eyes only. Until the day her secret letters are mailed, and suddenly, Lara Jean’s love life goes from imaginary to out of control.


"I like to save things."

Mit "To all the boys I've loved before" ist es so eine Sache bei mir...
Der Klappentext verspricht eine leichte Geschichte, die man gut mal eben zwischendurch lesen kann. Und da ich sowieso wieder anfangen wollte, auf Englisch zu lesen, erschien mir dieses Buch ganz passend. 
Die Sprache ist leicht geschrieben und damit ist dieses Buch die ideale Lektüre für Anfänger und Wiedereinsteiger, wenn es um englische Bücher geht. 

Vom Inhalt her konnte mich das Buch leider nicht komplett überzeugen. 
Wenn man den Klappentext gelesen hat, erwartet man leider etwas anderes, als das Buch einem tatsächlich bietet, was mich schon ein wenig enttäuscht hat. 
Von den fünf Jungs die es in ihrem Leben gegeben hat, lernen wir tatsächlich nur zwei genauer kennen. Die anderen drei wurden geschickt "umgangen", was in mir leider den Eindruck erweckt hat, dass die Autorin einfach keine Lust hatte, auf alle Jungs genauer einzugehen, oder ihr die Idee dazu fehlte...

Mit Lara Jean haben wir eine Protagonistin, mit der sich wohl viele gut identifizieren können. Sie ist ein durchschnittliches 17-jähriges Mädchen, dass gerne mit ihren Freunden zusammen ist und große Stücke auf ihre ältere Schwester Margot hält. Dass sie eher schüchtern ist, lässt sie zwar oft im Schatten ihrer ehemaligen besten Freundin Genevieve stehen, macht sie jedoch nur umso liebenswerter. 

Was ich mir von dem Buch gewünscht hätte, ist, dass man mehr über die einzelnen Nebencharaktere erfährt. Von jedem wird die Geschichte immer wieder angekratzt, allerdings hätte man meiner Meinung nach noch viel mehr aus den Personen herausholen können. 
Da wäre zum einen die ältere Schwester Margot, die ans andere Ende der Welt zieht, um aufs College zu gehen. Und die verrückte und lebenshungrige beste Freundin Chris, die nach ihren eigenen Regeln spielt, im Fall der Fälle jedoch immer für Lara Jean da ist. Und zu guter Letzt natürlich die übrigen drei Jungs, die in Lara Jeans Leben einmal eine Rolle gespielt haben. 

Auch die einzelnen Nebengeschichten werden für meinen Geschmack zu kurz behandelt. So erfahren wir z.B. dass Lara Jean eine grausige Autofahrerin ist und auf dem Weg zum Supermarkt einen Unfall baut, da sie ein Verkehrsschild übersehen hat. Das alles spielt sich jedoch auf wenigen Seiten ab und wird danach nie wieder aufgegriffen. 
Ähnlich verhält es sich mit Margot, deren Handlungen ich am wenigsten nachvollziehen konnte. Sie erschien mir das gesamte Buch über sehr gefühlskalt und "von oben herab". Wir erfahren über sie, dass sie sehr schnell die Mutterrolle für ihre beiden Schwestern übernehmen musste, was sie in meinen Augen allerdings zu einer Art "Kontrollfreak" mutieren lies, die in allem das letzte Wort haben muss und anderen nicht zutraut, Probleme eigenständig zu lösen. 
Auch die entscheidenden Wendepunkte der Geschichte werden zu kurz behandelt. Es wird beschrieben, wer auf welche Weise handelt und so weiter. Allerdings wird nicht näher auf die Hintergründe der Personen eingegangen, was es schwer fallen lässt, viele Dinge nachzuvollziehen. 

Enttäuscht hat mich das Ende des Buches, da es auf mich den Eindruck gemacht hat, als wäre die Geschichte noch nicht komplett fertig. Die "Auflösung" des ganzen Jungs-Chaos ist mir zu kurz und zu sehr an den Haaren herbei gezogen, sodass ich mich am Ende doch sehr über die Naivität der Protagonistin geärgert habe. 
Zu Gute halten muss ich dem Buch allerdings, dass es nicht auf das Ende hinauslief, mit dem man von Anfang an zu rechnen glaubte.

Ich gebe dem Buch drei von fünf Sternen, da es im Ganzen gesehen nicht schlecht war, für meinen Geschmack jedoch viel zu kurz. 100 bis 200 Seiten mehr hätten der Geschichte mit Sicherheit nicht geschadet. 
Wer jedoch unvoreingenommen von dem Klappentext an das Buch heran geht und keine Fünf-Sterne-Literatur erwartet, wird sicherlich gut unterhalten werden; von einer kurzweiligen Geschichte, die einen den Kopf ausschalten und entspannen lässt. 

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