[Rezension] Das Juwel - Die Gabe | Amy Ewing

Eine Gabe, die Chance und Fluch zugleich ist …

Das Juwel - Die Gabe | Amy Ewing | FJB | 448 Seiten | 16,99€

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken. 
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?

Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel...

Ich hatte einfach schon so viel Gutes von diesem Buch gehört und wirklich jeder hat davon geschwärmt. Jetzt konnte ich mir endlich ein eigenes Bild machen und ich kann dem Lob nur zustimmen!
Amy Ewings Roman hat mich wirklich umgehauen. Erst einmal gefällt mir die Aufmachung richtig gut, das Cover ist wunderschön, und auch Innen wurde sich wirklich Mühe gegeben, z.B. mit dem Stadtplan vom Juwel ganz am Anfang. Außerdem bekommen wir ein Personenregister mit den wichtigsten Figuren, was meiner Meinung nach zwar nicht nötig ist, weil nicht so viele Personen eine wichtige Rolle spielen, aber doch eine nette Ergänzung. Außerdem gibt es noch eine Übersicht über die verschiedenen Adelshäuser, die einst die einzige Stadt gegründet haben. Diese Übersicht fand ich wirklich hilfreich, weil man doch schnell durcheinander kommen kann, bei den ganzen verschiedenen Familien.
Von der Story wusste ich ja bereits, dass sie ein ziemlich schweres Thema behandelt und dass das Cover leicht darüber hinwegtäusche kann. Zwar begleiten wir Violet in eine Welt voller Prunk und Protz, schöner Kleider und rauschenden Festen, allerdings kann Violet nichts davon genießen. Denn ihr wurde all der Reichtum geschenkt, im Austausch gegen ihre Freiheit.
Sie wird auf einer Auktion an die Herzogin vom See verkauft, mit dem einzigen Ziel, ihr ein Kind zu schenken. Violet ist ein Surrogat, und damit die Fähigkeit, Dinge in Form und Farbe zu beeinflussen oder wachsen zu lassen. 
Ich finde das Thema dieses Buches wirklich krass, denn die Mädchen, die Surrogate, werden jeglicher Freiheit beraubt, von ihren neuen Herrinnen wie Haustiere gehalten, heraus geputzt und zum Angeben ausgeführt. Sie verlieren ihren Namen und sind fort an nicht viel mehr als der Besitz adeliger Menschen. 

Das gibt einem doch schon sehr zu denken und beim Lesen staute sich immer wieder eine Wut in mir auf, auf das ganze System und die Führungsschicht. Gleichzeitig hoffte ich immer mit Violet mit, dass sie dem Ganzen irgendwie entkommen kann, obwohl dies wirklich mehr als aussichtslos ist. Auch im nachhinein habe ich immer noch diesen Hass auf die ganzen Adeligen dieser Geschichte, die mit anderen Menschen umspringen, als wären sie ihr Eigentum, ihnen unmenschliche Dinge aufhalsen und abverlangen und dabei versuchen, ihren Charakter und ihren Willen zu brechen.

Violet war mir eine sehr sympatische Protagonistin, die stark war und sich nicht unterkriegen ließ, egal wie schlecht es gerade um sie stand. Trotzdem wusste sie, wann sie sich besser unauffällig verhalten sollte und obwohl es all ihre Anstrengung kostete, konnte sie sich auch der Herzogin fügen, um sich selbst und das wenige, dass ihr nahe war zu schützen. 
Sie ließ sich nie einschüchtern und behielt immer ihren eigenen Kopf, stahl sich kostbare, private Momente, wann immer sich die Gelegenheit bot und riskierte Kopf und Kragen um die Leute zu schützen, die sie liebte.
Ab und zu konnte ich ihr Handeln allerdings nicht wirklich nachvollziehen, denn es hatte auf mich den Eindruck, dass sie mit jedem Mal, bei dem sie nicht erwischt wurde, unvorsichtiger wurde, bis dann das Unvermeidliche passierte...

Nach diesem grandiosen Auftakt, bin ich wirklich gespannt, was Band zwei und drei für uns bereit halten und ich werden auch ganz bald mit dem zweiten weiter machen, denn der erste hatte einfach einen unglaublichen Cliffhanger. 

Ich möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der gerne Dystopien im Stil von "Die Tribute von Panem" liest. Aber bitte lasst euch nicht von dem Cover irritieren, denn die Geschichte ist um einiges düsterer, als es auf den ersten Blick aussehen mag.
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Über die Autorin:


Amy Ewing wuchs in der Nähe von Boston auf und zog später nach New York, wo sie auch Kreatives Schreiben studierte. Sie schreibt v.a. Jugendliteratur. Mit "Das Juwel - Die Gabe" erschien der Auftakt zu gleichnamiger Reihe bei Fischer .









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