[Rezension] Blood and Chocolate | Annette Curtis Klause

Blood and Chocolate | Annette Curtis Klause | Heyne | 335 Seiten | 8,99€ | 978-3-453-52671-6

Nur bei Mondschein fühlt sich die 16-jährige Vivian ganz in ihrem Element. Dann verwandelt sich das schöne und leidenschaftliche Mädchen in einen Wolf und streift gemeinsam mit ihrem Rudel durch die Wälder Marylands. Doch seit dem Tod ihres Vaters ist das Rudel ohne Anführer und fünf junge Männer, rau und unberechenbar, kämpfen um ihr Herz. Als Vivian sich eines Tages in Aiden, einen Menschen, verliebt, muss sie eine schicksalhafte Entscheidung treffen …


Dieses Buch hat mich wirklich in positivstem Sinne überrascht. Ich hatte vor Jahren einmal den Film dazu gesehen und den kann ich wirklich nur als mittelmäßig beschreiben. Trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben, denn die Geschichte hat meiner Meinung nach viel Potential und ich gebe es zu: auch dieses wunderschöne Cover hat dazu beigetragen, dass ich das Buch unbedingt als Hardcover im Regal haben musste. 

Als ich anfing zu lesen, war ich von der ersten Seite an gefesselt und habe das Buch dann auch relativ schnell durchgelesen, weil es mich wirklich mitgenommen hat, in die Welt eines jungen Mädchens, das endlich mal wieder aus dem Pool der Protagonistinnen in Jugendbüchern heraus sticht.
Klar, dass Buch ist schon einige Jahre älter, aber trotzdem war es eine wirkliche Erfrischung und etwas, wovon sich andere Jugendbücher eine Scheibe abschneiden können.

Es geht hier um die 16-jährige Vivian, eine loup-garoux, auch Werwolf genannt. Sie ist wunderschön, leidenschaftlich, stark und liebt ihre Fähigkeit, sich in einen mächtigen Wolf zu verwandeln und mit ihrem Rudel im Mondschein auf die Jagd zu gehen. 
Trotzdem fühlt sie sich bei ihren Artgenossen seit dem Tod ihres Vater, dem einstigen Anführer ihrer Gruppe, nicht mehr richtig aufgehoben. Denn das Rudel ist ohne Anführer, gespalten und immer wieder gibt es sinnlose Machtkämpfe untereinander.

Eines Tages lernt Vivian Aiden kennen, einen Menschen, in den sie sich langsam aber sicher verliebt. Doch wie kann er sie jemals lieben, wenn er nur eine Seite ihres Wesens kennt?

Zuerst klingt das Buch nach einem typischen 08/15-Romantasy Roman, in dem sich ein junges Mädchen in einen Menschen verliebt und ihm nicht gestehen kann, wer sie in Wirklichkeit ist und mit dem sie dann trotzdem glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben kann. 

Aber dieses Buch ist anders:

Vivian ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich immer mit ganzem Herzen einer Sache annimmt. Und somit ist sie hin und her gerissen, zwischen ihrer Liebe zu Aiden, dem sie sich nie komplett offenbaren darf und ihrer Loyalität zum Rudel, um dessen Sicherheit sie auf keinen Fall ihre Existenz verraten darf. 
Hinzu kommt, dass von ihr langsam aber sicher erwartet wird, dass sie sich einen geeigneten Partner sucht und die wenigen Jungen in ihrem Alter beginnen, mit allen Mitteln um sie zu kämpfen. 
Das bringt auch Aiden in Gefahr, denn den anderen Rudelmitgliedern gefällt es gar nicht, dass Vivian sich mit einem Menschen trifft...

Ein weiterer großer Pluspunkt für Vivian ist ihre stolze Art: Sie ist kein schüchternes, unerfahrenes Mädchen, sondern weiß sich zu behaupten, verteidigt sich selber gegenüber anderen, kämpft für ihre Liebe und ist sich voll uns ganz bewusst, dass sie eine wunderschöne junge Frau ist (sowohl im menschlichen Körper als auch in Wolfsgestalt), ohne dabei arrogant oder eingebildet zu erscheinen. 
Sie ist eine Protagonistin, die man einfach mögen muss und mit der man sich charakterlich sofort identifizieren kann.

Aber auch die anderen Personen haben mir auf ihre Weise gefallen. Da gibt es keine Charaktere, die man sofort ins Herz schließt, weil jeder irgendwo seine dunkle Seite hat und man merkt beim Lesen sofort, dass im Rudel rauere Umgangsformen herrschen und alle bemüht sind, sich soviel Macht zu sichern, wie nur möglich. 
Das Buch hat generell eine etwas düsterere Atmosphäre, was mir aber sehr gut gefallen hat, da es einfach zu der Geschichte passt. Bei vielen anderen Werwolf-Geschichten fehlt mir eben genau diese Stimmung..

Ich kann euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen, wenn ihr einmal eine echte Werwolf-Geschichte lesen wollt, die euch Gänsehaut beschert und euch auch einige Zeit später nicht mehr loslässt. 
Das Ganze vermischt mit dem Zauber der ersten große Liebe und der flirrenden Hitze des Sommers in Kontrast zu kühlen Nächten im Wald unter Sternen, ist einfach nur fantastisch!

Kommentare:

  1. Liebe Kathi,
    eigentlich bin ich nicht so ein Werwolf-Fan, aber ich mag Bücher über kluge, selbstbewußte Frauen sehr gerne. Und über die erste große Liebe :)
    Liebe Grüße von den Vorlesern

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    1. Hi :)
      Ich habe auch seit Ewigkeiten kein Buch über Werwölfe mehr gelesen, aber Vivian hat mich wirklich beeindruckt :)

      Liebe Grüße ♥

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