[Rezension] Schattendiebin - Die verborgene Gabe | Catherine Egan

Schattendiebin - Die verborgene Gabe | Catherine Egan | Ravensburger | 414 Seiten | 17,00€
Julia ist die beste Diebin von Spira, denn sie hat eine besondere Gabe: Sie kann sich unsichtbar machen. Für ihren neuesten Job soll sie sich als Dienstmädchen in ein Herrenhaus einschleichen und die Bewohner ausspionieren. Schnell wird ihr klar, dass die alte Hausherrin und ihre Gäste noch dunklere Geheimnisse hüten als sie selbst. Noch ahnt Julia nicht, wie eng ihr eigenes Schicksal mit ihnen verknüpft ist ...

Auf "Schattendiebin - Die verborgene Gabe" habe ich mich wahnsinnig gefreut, schon alleine, weil das Cover wunderschön ist und sich der Klappentext richtig toll anhört. Deswegen habe ich mich auch umso mehr gefreut, dass ich dieses Buch bei Lovelybooks gewonnen habe und es in einer super tollen Verpackung mit vielen Extras ankam.

In dieser Geschichte begleiten wir Julia, die als Diebin und Spionin arbeitet, nach dem ihre Mutter umgebracht wurde, denn sie war eine Hexe und die werden in Spira verfolgt und ertränkt. 
Julia hat eine geheime Gabe von ihrer Mutter geerbt, obwohl sie selbst allen Anschein nach keine Hexe ist: Sie kann sich unsichtbar machen und in die Welt der Schatten verschwinden. 
Diese Gabe nützt ihr bei ihren Aufträgen natürlich ungemein viel, um ungesehen in Häuser hinein und wieder heraus zu kommen. 
Für ihren neuesten Job soll sie sich in ein Herrenhaus einschleusen und sich als Dienstmädchen ausgeben, um Informationen über die Bewohner dieses Hauses zu sammeln. 
Julia merkt schnell, dass in diesem Haus nicht alles mit rechten Dingen zu geht und dass die Einwohner in vielerlei Hinsicht besonders sind. 
Doch wer sind wirklich die Bösen? Die Bewohner dieses Hauses oder doch eher ihr Auftraggeber?
Bald schon gerät Julia zwischen alle Fronten und findet sich in etwas viel größerem wieder, als sie sich selbst vorstellen konnte...

Ich finde, die Geschichte hört sich einfach mal richtig gut an. Eine Diebin, die in den Schatten verschwinden kann und eine Welt, in der Hexen verfolgt werden. Das ganze zusammen mit einer großen Portion Gefahr und mysteriösen, zwielichtigen Leuten und man hat die perfekte Geschichte. 
Eigentlich..
Denn ich hatte leider meine liebe Not mit diesem Buch, weil ich absolut nicht in die Geschichte herein kam und keinen Zugang zu der Welt oder den Personen gefunden habe. Die ganze Geschichte war für mich sehr farblos und teilweise langweilig, weil auch nicht wirklich viel passiert ist. 
Man hätte eine Menge aus dieser Idee heraus holen können, weil es gefährliche Zeiten sind, in denen wir uns befinden und die Leute um ihr Überleben kämpfen. 
Allerdings hat man davon wirklich nicht viel gemerkt, denn ein Großteil des Buches spielte schon alleine in dem Herrenhaus, in dem Julia als Dienstmädchen angestellt ist. Dort werden dann die alltäglichen Arbeiten beschrieben, ohne das großartig was passieren würde. Auf ihren Streifzügen durch das Haus stellt sich unsere Protagonistin wahnsinnig ungeschickt an, wie ich finde und wird sie dann doch einmal erwischt, nimmt es ihr niemand böse, weil alle ihr glauben, dass es ein Missgeschick war, dass sie sich in ein bestimmtes Zimmer verirrt hat. Für mich ein wenig unglaubwürdig. Genauso wie die Tatsache, dass Julia alles Geld, was sie von Aufträgen bekommen hat, einfach sofort auf den Kopf haut, für allerlei Krimskrams den sich eigentlich nur die Reichen leisten können, damit sie wenigstens eine Woche lang leben kann, wie die Oberschicht. Dass sie und ihre Freunde ansonsten eher um ihre Existenz kämpfen, wird einfach mal außer acht gelassen, Hauptsache den neuen Pelzmantel kaufen und Morgen dann wieder gucken, wovon man im tiefsten Winter Lebensmittel kaufen oder den Ofen heizen kann. 

Ich konnte mit Julia als Protagonistin absolut nichts anfangen, weil sie mir einfach nicht sympatisch war und ich keinerlei Zugang zu ihrer Person bekommen habe. Das lag zum einen an ihrem kindischen Verhalten und ihrer teilweise naiven Art, aber zum anderen auch an dem Schreibstil, mit dem ich ebenfalls nicht wirklich klar kam. Zu mindest musste ich einige Sätze doppelt lesen, bis mir klar war, was drin steht. 

Auch die anderen Charaktere waren mir nicht sympatisch, weil sich in dieser Geschichte einfach alles um Geld gedreht hat. Selbst als Julia für einen Auftrag den größten Mist gebaut hat, weil sie getan hat, was ihr Auftraggeber verlangte, wollte sie der Gegenseite helfen und es wieder gut machen und ihre Freunde verlangen eben dafür auch Geld...Das sorgte nicht gerade dafür, dass sie mir sympatischer wurden.

Das Ende des Buches wurde dann sogar mal spannend und die letzten 100 Seiten konnte ich relativ schnell lesen. Trotzdem hatte ich auch da keinen Spaß an der Geschichte, weil ich unsere Protagonisten nicht mochte, mit der Welt nichts anfangen konnte und es mir eigentlich auch egal war, wie die Geschichte ausgeht oder ob sie einen Cliffhanger hat oder nicht. 
Das ganze ist ja der Auftakt einer Reihe, aber den zweiten Band werde ich mir auf jeden Fall nicht mehr holen, dafür hat mir der erste einfach zu wenig gefallen...

Ich kann leider auch nicht sagen, dass ich euch das Buch unbedingt empfehlen würde, denn mehr als ein schönes Cover hat es meiner Meinung nach leider nicht zu bieten.
Man bekommt keinen Zugang zu der Welt, fühlt sich in dem Buch nicht aufgehoben, man ist immer der Betrachter von außen, wie durch eine Glasscheibe, ohne irgendwie von der Geschichte gepackt zu werden..
Ich für meinen Teil bin froh, dass ich mit der Geschichte durch bin, aber wirklich gut gefallen hat sie mir nicht und die Reihe weiter verfolgen werde ich auch nicht.

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